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  • AutorenbildGünther Richter


Weihnachten nähert sich sacht

Und durch das Dunkel der Nacht

Dringt von dem Fest ein Schein

In meine Seele hinein.

Träum von Liebe und Glück,

Sehn mich nach der Kindheit zurück,

Schau auf das Jahr, das nun vergeht

Und die Zeit, die verweht.

Fühl die Endlichkeit sehr

Und das Herz wird mir schwer.


 
Günther Richter
Ehemals Personalchef der Firma Eybl. Er lebt seit seiner Geburt in Krems und ist langjähriges Mitglied des Kremser Literaturforums. Er schreibt überwiegend Prosa. Sein bevorzugtes Thema ist der Mikrokosmos seiner Heimatstadt. In seinen beiden Büchern lässt er die Welt seiner Kindheit und Jugend in Krems wieder auferstehen, um den Zauber dieser Jahre vor dem Vergessen zu bewahren.


  • Autorenbild Paul Kumpfmüller

mit weihnachtlichem Lesezeichen zum Herunterladen


Da sein,

für sich und den andern -


wahr sein,

für sich und den andern.


Verweilen,

wenn die Zeit drängt -


Teilen,

wenn der Schmerz brennt.


Nicht aus den Augen verlieren -

Vertrauen träufeln ins Auge der Nacht.


Den Morgen beschwören,

damit das Herz wieder lacht.


Glaube an die Liebe,

lässt Unverständliches verstehen,

lässt Unhörbares hören und Unsichtbares

sehen.


Erspüren

das Gemeinsame,

Berühren

das Einsame.


Weihnacht, Mensch geworden

und gestorben

und noch immer da, -

oft verloren,

unter Schmerzen

neu geboren

in der Wiege

nah am Herzen

durch die Liebe.


Die fünfte Jahreszeit,

Wärme inmitten der Kälte, Dunkelheit im weißen Kleid,

einen Sternwurf weit Unendlichkeit und grad entdeckte Nähe,

trotz Leid der Ruf zur Fröhlichkeit, zum Glauben dran,

dass es nicht irgendwann, sondern Tag aufs Neu

beginnen mag, das Wunder, das Geschenk,

tief in uns drinnen*


Frohe Weihnacht, auf dass es immer

wieder wahr wird


© Paul Kumpfmüller

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Paul Kumpfmüller
Seit 1989 vor allem lyrisch und ab und zu auch mit Kurzprosa literarisch unterwegs. Auch Gedichte malend zu Werken bildender Künstler und umgekehrt. Für das Entstehen meiner Gedichte bezeichnend mein folgendes Gefühl:

"Gedichte - Sternschnuppen, die das Glück hatten gesehen zu werden
Dichter - Menschen, die das Glück hatten gerade zum Himmel zu blicken"


  • AutorenbildSilvia Edinger

Beitrag zum Kollektiven Tagebuch der TEA Berlin (Tagebuch- und Erinnerungsarchiv Berlin)

Dürnstein

Es war ein Radausflug von Krems zu meinen Großeltern im Kremstal, als meine Freundin und ich in einem Gasthaus einkehrten, um zu trinken. Der Wirt fragte mich, woher ich käme und ich erzählte ihm, dass ich auf dem Weg zu den Großeltern wäre. Als ich den Namen „PENN“ erwähnte, spürte ich die Wertschätzung und Achtung, die meinem Großvater entgegengebracht wurde. Noch heute spüre ich den Stolz, den ich dabei empfand.


Mein Großvater war ein Schmied, ein richtiger, so mit wasserbetriebenem Schwanzhammer, mit dem er die Eisenbahnschienen zu Schaufeln und allerlei Gerät schmiedete. Ich kann den metallenen Geruch, der über Werkstatt hing noch gut erinnern und die rhythmischen Töne hören, die der Hammer bei seiner Arbeit machte. Es hörte sich für mich als Kind an wie „Tulpe, Tulpe“ und man konnte daneben im Zimmer wunderbar schlafen, wo auch das Rauschen des Wehrbaches zu hören war.


In der Stube, im Herrgottswinkel,stand ein Foto von Julius Raab. Das war ein bekannter Politiker in Österreich. Meine Großmutter hatte das Bild aufgestellt, weil Julius Raab meinem Großvater wie ein Zwilling ähnlich sah.


Was ich noch erinnere? Großvater trug immer weinrot karierte Hemden und einen Kalmuk Janker, das ist eine Art Loden mit einem traditionellen kleinen Karomuster. Er lieferte das Werkzeug mit einem alten „Borgward“, einem Lastauto mit offener Ladefläche hinten. Manchmal durften wir darauf mitfahren, das wäre heutzutage sicher verboten, so ohne Sicherung.


Großvater liebte es, gleich in der Küche einen Mittagsschlaf zu machen. Eine dunkle Stelle markierte seine rußgeschwärzten Schuhe auf der Bank.


Als ich neun Jahre alt war, starb mein Großvater, ganz plötzlich an einem Angina Pectoris Anfall in Krems. Der Arzt, der gerade um die Ecke kam, konnte auch nicht mehr helfen.


Meine Mutter berichtete mir viel Gutes über den Großvater, er war als Vater fürsorglich, als Mensch hilfsbereit und gerecht, …

 
40 Jahre Lehrtätigkeit, seit 2010 freiberufliche Tätigkeit mit Atelier und Malschule. Verbindung zu Krems durch die Herkunftsfamilie und autobiografisches Schreiben.
"Ich möchte schreibend mein Leben nach rückwärts verstehen und vorwärts leben."
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