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  • Autorenbild: Silvia Edinger
    Silvia Edinger
  • vor 7 Tagen

Die hölzernen Stäbe schlagen gebündelt auf dem Parkett auf. Naturfarben, nicht gestreift oder bunt, wie die echten Mikadostäbchen. Wir empfinden das Geschicklichkeitsspiel damit nach. Vorsichtig, ohne eine Wackelbewegung auszulösen, konzentriert wird das Gewirr gelöst. Wir tanzen einzeln und paarweise mit den Stäben. Sie werden zu Lanzen, Musikinstrumenten und Rudergeräten. Fokussiert auf die hölzernen Gefährten bewegen wir uns zur Musik durch den Raum, bilden Formationen und frieren die bizarren Figuren für Momente ein. Dann, ein neuer kreativer Impuls. Wir legen Orakel und bedenken sie mit passenden Sprüchen. Begriffe, abstrakt, aus dem Bauch heraus lassen ebensolche kuriose Figuren entstehen die getanzten fließenden Bewegungen weichen. Der Stab wird Teil unseres Körpers, verschwindet unter weiten Hosen, um als Stütze des Rückgrats wieder aufzutauchen. Aufgestellte Sessel werden zu Objekten von Klopfkonzerten, die in bewegten Geschichten zu zweit ihren Höhepunkt finden. Stichworte für die Performance werden notiert um Anhaltspunkte für die Aufführung zu geben. Was wir da treiben? Tanztheater mit kindlicher Freude an der Improvisation. Ein Stab- Musik und kreative Impulse, die uns fernab des Alltags in der Einfachheit des Mediums „STAB“ die Fülle und den Reichtum der Kreativität vor Augen führen.


Über die Autorin

Silvia Edinger

40 Jahre Lehrtätigkeit, seit 2010 freiberufliche Tätigkeit mit Atelier und Malschule. Verbindung zu Krems durch die Herkunftsfamilie und autobiografisches Schreiben. "Ich möchte schreibend mein Leben nach rückwärts verstehen und vorwärts leben."


  • Autorenbild: Silvia Edinger
    Silvia Edinger
  • 29. Nov. 2024

Geschrieben habe ich immer gerne. Zuerst Aufsätze in der Schule, später Gedichte, Kurzgeschichten und Briefe. Als ich dann meine Lehrerlaufbahn im oberen Waldviertel begann, wurde schreiben für die NÖN (das war im Gmünder Bezirk das dominierende Medium) ein Wunsch, um Geschehnisse in der Schule in die Öffentlichkeit zu tragen. Mit der Schreibmaschine und Tipp-Ex machte ich mich ans Werk und mit „Adlerauge Suchsystem“, denn ich hatte nie gelernt, richtig Schreibmaschine zu schreiben. Dazu musste ich noch einen Diastreifen mit passenden Bildern liefern und das Ganze in der Redaktion in Gmünd abliefern. Es ist nicht verwunderlich, dass es nicht sehr viele Artikel schafften, veröffentlicht zu werden. In diesen ersten Jahren machte ich in den Ferien Reportagen über besondere Menschen im Bezirk. Unter anderen über die Künstlerin Katharina Dolleschka, die damals einen Webkurs leitete. Auch über einen „Pferdeflüsterer“ im Bezirk schrieb ich einen Bericht. Ich bekam pro Zeile fünfzig Groschen, der erworbene Reichtum hielt sich somit in Grenzen, aber es machte mir Freude.


Als wir dann nach Horn übersiedelten, war Martin Kalchhauser vom Büro in Horn mein Ansprechpartner. Er war ein gestrenger Lehrmeister für alle, die ihre Artikel platziert haben wollten. Es gab sogar einen Nachmittag Fortbildung, wo er den Lehrern erklärte, wie er einen Artikel haben wollte- Überschrift, welche Schule, dann Bildtext und ja die richtige Richtung der aufgezählten Personen mit Vor und Zunamen nicht verwechseln. Ja, und es gab schon Computer, die die Übermittlung der Beiträge angenehm und schnell machten. Auch Fotos waren leicht zu schicken und wenn man die richtige Auflösung erwischte, war Martin Kalchhauser zufrieden. Die NÖN begleitete alle Projekte meiner Vorschulklasse bis zu meiner Pensionierung und ich konnte viele Berichte über meine Stammschule Horn unterbringen.

Als ich mich dann mit Malschule und Atelier selbständig machte, war die NÖN Begleiter bei den offenen Ateliers, bei meinen Projektschulen und bei den Projekten der Kulturvernetzung mit den roten Hirschen.


Als Martin Kalchhauser nach Krems ging, um dort die Geschicke der NÖN zu leiten, war ich sehr traurig. Das war unbegründet, denn sein Nachfolger Thomas Weikertschläger wurde bald ein verlässlicher und unkomplizierter Ansprechpartner für meine NÖN Beiträge. Berichte über die Bürgerspitalskirche zu Röhrenbach schicke ich genauso wie Neuigkeiten aus der Volksschule Altenburg oder Horn.


Mit Martin Kalchhauser bin ich noch immer über WhatsApp verbunden und wenn ich eine Lesung beim Literaturforum Krems habe, kann es schon sein, dass er vorbeikommt, wenn er Zeit findet. Die Türe unseres Zählerkastens ist vollgeklebt mit Zeitungsartikel aus dem heurigen Jahr, ich werde ihn auch heuer wieder voll kriegen…


Ganz genau weiß ich es nicht, aber ich denke, dass meine NÖN Zeit von 1975 bis heute reicht - und das sind nächstes Jahr schon 50 Jahre.


Dieses Foto hat Martin Kalchhauser 2010 gemacht, es war ein Gehsteig- Malprojekt vor der Volksschule Horn:


Über die Autorin

Silvia Edinger

40 Jahre Lehrtätigkeit, seit 2010 freiberufliche Tätigkeit mit Atelier und Malschule. Verbindung zu Krems durch die Herkunftsfamilie und autobiografisches Schreiben. "Ich möchte schreibend mein Leben nach rückwärts verstehen und vorwärts leben."


  • Autorenbild: Silvia Edinger
    Silvia Edinger
  • 15. Nov. 2024

Die Fenster werden seit zwei Tagen nicht mehr trocken. Der Wind peitscht die Stauden und Bäume und im Radio kommen laufend Unwetterwarnungen und Straßensperren…


Wenn ich die Augen schließe, rieche ich noch den schlammig modrigen Geruch in der Küche in Hohenstein, im Haus meiner Großeltern. Wasser, das durch das Erdgeschoß rann, braun sandig nach Fisch und Feuchtigkeit riechend. So lange die Möbel in der Küche noch freistehend waren, wurden sie nach dem Hochwasser zum Trocknen hinausgebracht, doch als die Einbauküche kam, waren die Spanplatten aufgeweicht und kaputt. Die Krems, sonst Antrieb für die Wasserräder der Schmiede, bahnte sich ihren Weg durch die Gebäude und brachte allerlei Seltsames in den Fluten daher. Da schwamm eine Waschmaschine und einmal sogar ein Auto. Solche Kindheitserinnerungen prägen sich tief ein. Das Wasser, das mir entgegen kam, als ich ins Dorf fahren wollte, war im Jahr unserer Hochzeit 1975, wo wir noch Treibholz schnitten, bevor die Hochzeitsgäste kamen. Auch jetzt waren meine ersten Gedanken bei dem Starkregen in Hohenstein, aber auch in Krems. In der Hofbauer Straße, wo wir wohnten, schwammen bei Hochwasser die Kompottgläser im Kellerabteil und der ganze Keller füllte sich mit Grundwasser aus der Donau. Die Feuchtigkeit zog die Ratten an und der feuchtmodrige Geruch begleitete uns lange… 2002, als es das Kamptal so arg betraf, war ich in der Vorschulklasse. Die Kinder spielten fast ein Schuljahr lang „Hochwasser“ in der Bauecke. Sie hatten natürlich in den Medien vieles mitbekommen und spielten es durch unzählige Wiederholungen heraus…


Vor dem Haus tobt der Sturm und der Regen scheint kein Ende nehmen zu wollen. Wir scheinen an einem See zu wohnen, weil die Felder unter unserem Haus vom Wasser bedeckt sind. Es landen die Enten und Schwäne…


Auf dem Kachelofen brennt eine Kerze für alle, die jetzt im Einsatz sind, man kann nur warten, bangen und hoffen…

Über die Autorin

Silvia Edinger

40 Jahre Lehrtätigkeit, seit 2010 freiberufliche Tätigkeit mit Atelier und Malschule. Verbindung zu Krems durch die Herkunftsfamilie und autobiografisches Schreiben. "Ich möchte schreibend mein Leben nach rückwärts verstehen und vorwärts leben."


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