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Sommer

Lyrik von Michael Klaus Miller


Sommer

Der grüne Ahorn kann seine Blätter gut halten.

Der Staub der Straße

ist im Alltag der Zeit nur gut.

Lasse mich nicht fallen,

hört man ein Blatt.

Spazierende suchen die Offenheit des Sommers.

Atemluft: Atmen hört man nicht.

Ein Vogelschrei kling wie: Muttersuche.

Kann der Sommer die Herzen öffnen?

Still!

Werden die Blätter zerfließen?

Können die Menschen Chöre anstimmen?

Ach, ich weiß nicht.

Soll ich das Herz des Sommers fallen lassen?



Naturbad in Drosendorf

Ich getraute mich nicht weiter,

denn die mächtigen Felsblöcke,

die das Wasser stauten,

standen wie unter schwerem Druck,

Wasser plätscherte nur wenig über den Rand,

wie aus großen Töpfen, überlaufend,

manche Schwimmerin fiel mir auf

und da Nacktbaden hier möglich war

stieg ich doch ins Wasser,

zudem riefen unentwegt schöne Körper:

"Ergib dich dem Wandel der Zeit!"




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