Wenn Sie selbst einen Beitrag im Forum veröffentlichen wollen, senden Sie uns diesen bitte per Mail an office@kremser-literaturforum.at

  • Silvia Edinger

© Silvia Edinger

Ich hatte sie wirklich vergessen - meine Gedichte. Obwohl ich sie in einem Anfall tiefen Seelendunkels verbrannt hatte, waren sie wieder aufgetaucht. Ich hatte sie einer Freundin geschenkt, die sie mir - Jahre später - zurückschenkte. Da ich der Sicherheit von Computerdateien misstraue, sind alle Texte ausgedruckt in einer Mappe - hier stieß ich gestern auf die Gedichte. Und ich saß da, las, tauchte in die vor vielen Jahren erlebten Gefühle erneut ein. Situationen, Bilder zu den Texten ploppten auf - goldeneHerbsttage, verliebt, im oberen Waldviertel, unbeschwerte Kurstage in Krems, die unwiderstehlichen blauen Augen, die mich in die Tiefe gewinkt haben, Zeile für Zeile Bilder der Vergangangenheit. Ich meinte den Duft des Sommers von damals zu spüren und Wellen des Glücks umspülten mich warm.


Als ich zum Ende der Gedichtseiten kam, fand ich mich im Glückszustand auf dem Sofa wieder - ganz zufrieden, dass ich solch magische Worte geschrieben hatte, Essenzen von Gefühlen, die noch, so viele Jahre später bis tief ins Herz reichen können.


© PANSILVA 2019-08-10

 
Silvia Edinger
40 Jahre Lehrtätigkeit, seit 2010 freiberufliche Tätigkeit mit Atelier und Malschule. Verbindung zu Krems durch die Herkunftsfamilie und autobiografisches Schreiben.
"Ich möchte schreibend mein Leben nach rückwärts verstehen und vorwärts leben."
  • Paul Kumpfmüller

von Paul Kumpfmüller


Für mein Mütterlein,

trag' Dich

im Herzen mein,

fühl' mich

in Deinem Herzen heim.

Mein Ursprung

Und mein Anfang

Teilen was man hat

Teilen was man nicht hat

Erhören ohne ein Wort

Regen auf durstiger Seele



Bist hier,

und doch

nicht hier.

Bist mein,

und doch

nicht mein.

Bist

in die Seele

mir geschrieben.

Bist immerdar,

wie Sonne,

Mond

und Sterne.

Entfernt

am Himmelszelt,

bist

Du

mir

nah.

Du warst,

und bist

mir doch

geblieben.

Vergänglich,

zwar

Dein Sein, -

doch nicht -

Dein Lieben.

 

Paul Kumpfmüller

Seit 1989 vor allem lyrisch und ab und zu auch mit Kurzprosa literarisch unterwegs. Auch Gedichte malend zu Werken bildender Künstler und umgekehrt. Für das Entstehen meiner Gedichte bezeichnend mein folgendes Gefühl:


"Gedichte - Sternschnuppen, die das Glück hatten gesehen zu werden Dichter - Menschen, die das Glück hatten gerade zum Himmel zu blicken"

  • Paul Kumpfmüller


Und die Sonne

vergaß

das Licht

aufzudrehen.

Der Himmel

trug

Schwarz.

Und kein

Gras

wuchs

mehr

über

die Dinge.

Schicht

um Schicht

fraß

etwas

die Erde

kahl.

Und

der Himmel

vergrub

sein Gesicht, -

täglich,

stündlich,

sprangen

welche

über die

Klinge.

"Ich sterbe,

wir

sterben."

zum millionsten

Mal.

Und die Menschen

blickten

zum Himmel,

aber

es regnete

nur -

Krieg.

Und es regnet,

immer noch ....



 
Paul Kumpfmüller
Seit 1989 vor allem lyrisch und ab und zu auch mit Kurzprosa literarisch unterwegs. Auch Gedichte malend zu Werken bildender Künstler und umgekehrt. Für das Entstehen meiner Gedichte bezeichnend mein folgendes Gefühl:

"Gedichte - Sternschnuppen, die das Glück hatten gesehen zu werden
Dichter - Menschen, die das Glück hatten gerade zum Himmel zu blicken"